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HORN Cider bringt ein Stück Irland nach Dänemark

Kristoffer Vangsø öffnet seinen IDUN Cider
Kristoffer Vangsø öffnet seinen IDUN Cider

Dänemark ist nicht unbedingt für seine Ciderkultur bekannt. Das merkte auch Kristoffer, als er in den frühen 1990er Jahren für ein halbes Jahr in Irland gearbeitet und dort erstmals richtigen Craft Cider getrunken hat. Für ihn war das der Punkt, an dem er wusste, dass er selbst gerne „irgendetwas“ mit nach Dänemark zurückbringen wollte. Es sollte aber noch mehr als ein Jahrzehnt vergehen, bis Kristoffer sich entschied, diese Idee auch wirklich in die Tat umzusetzen.

Angefangen hat Kristoffer mit Apfelsaft: Äpfel sammeln, pressen und die Familie über den gesamten Winter damit versorgen – ganz einfach. Der Apfelsaft stieß bei Familie und Freunden auf Begeisterung, allerdings blieben am Ende 30 Liter übrig, die niemand mehr trinken konnte. Und da kam Kristoffer seine Idee wieder in den Kopf: Er wollte den Apfelsaft für einige Monaten im Garten lagern und schauen, was damit passiert, denn Apfelsaft ist ja bekanntlich die Grundlage für Cider. Das Ergebnis war … grauenhaft. Bitter, sauer und ungenießbar. Die Bestätigung bekam er von Familie und Freunden.

Wie konnte aber nun aus diesem misslungenen Experiment der überragende Cider werden, der es über die Grenzen Dänemarks hinaus geschafft hat? Es brauchte viele Jahre der Experimentierfreudigkeit (und Geduld aller Beteiligten). Das Geheimnis lag im Bienenhonig: Sein Bruder hatte zum damaligen Zeitpunkt eine kleine Bienenfarm. Und rein intuitiv gab Kristoffer seinem Cider noch etwas Honig dazu. Das Ergebnis war zwar noch immer nicht überragend, aber durchaus genießbar. Er war jetzt an einem Punkt angekommen, an dem er für sich eine Entscheidung treffen musste – entweder weitermachen oder ganz aufhören. Kristoffer entschied sich, den Weg weiter zu gehen.

Für eine Expertenmeinung fuhr er ins Restaurant Piaf in Silkeborg. Der Chefkoch stammte aus der Normandie – und wenn jemand etwas von Cider versteht, dann ein französischer Chefkoch. Das war zumindest seine Überlegung. Und diese Überlegung schien aufgegangen zu sein, denn der Chefkoch vom Piaf war von seinem IDUN Cider begeistert und gab direkt eine Bestellung auf. Kristoffer war an dem Abend vollkommen beflügelt und begann, die erste kommerziell erhältliche Charge vom IDUN Cider herzustellen. HORN Cider war somit geboren. Seine größte Angst war damals die Vervielfachung von 30 auf 600 Liter. Das war in den Jahren 2010/11.

Vom Glückstreffer zur eigenen kleinen Farm

In all den Jahren hat sich vieles verändert: Kristoffer weiß nun deutlich mehr über die Herstellung von Cider. Er weiß auch, dass sein damaliger Cider ein absoluter Glückstreffer war. Und er weiß mittlerweile, warum der Honig für das Gelingen seines Cider so wichtig war. Für Kristoffer ist es das Zusammenspiel aus dem Honig, den Apfelsorten und der nordischen Kälte im Winter, wodurch alle Produkte von HORN Cider ihren typischen Geschmack erhalten.

Mittlerweile produziert Kristoffer unter dem Namen HORN Cider jedes Jahr 2.400 Liter Cider – 600 Liter davon werden zu dem im Jahr 2013 erstmals hergestellten KVASIR, also etwa 1.700 Flaschen pro Jahr. Sammelte Kristoffer zu Beginn noch alle Äpfel mit Familie und Freunden mit der Hand auf, so kommen seine Sorten, Aroma, Bramley und Belle de Boskoop, heute von zwei Farmen. Apfelsorten, die für den puren Genuss eigentlich zu sauer sind und ihren Weg als Futter in den Zoo fanden, bis Kristoffer sein Interesse als Abnehmer zeigte.

Der Name HORN Cider spielt auf den Namen der Farm seiner Eltern an. Dort wurde der Cider bis vor kurzer Zeit noch produziert. Die Nachfrage wächst seit Jahren, sodass die Farm seiner Eltern zu klein geworden ist. Kristoffer entschied sich daher, mit seiner Frau und seinen beiden Kindern eine kleine Farm zu kaufen, um dort seinen Cider herzustellen. Besucher sollen außerdem die Möglichkeit bekommen, ihm bei der Cider-Herstellung zuzuschauen und mehr über den Prozess zu erfahren.

HORN Cider in der Kopenhagener Craft Beer-Bar von Mikkeler

Kristoffer erwähnt es nur am Rande, jedem Craft Beer-Enthusiasten dürfte der Name „Mikkeler“ aber spätestens seit der Kooperation mit Braufactum in Deutschland ein Begriff sein. Die Geschichte beginnt in Bangkok. Ein gebürtiger Däne und ehemaliger Carlsberg-Mitarbeiter importierte Craft Beer nach Bangkok und wurde auf einen Artikel über den wachsenden Craft Cider-Markt in Dänemark aufmerksam. Kristoffer erhielt darauf hin E-Mails mit Anfragen, die er zunächst als Spam abtat. Es stellte sich dann aber kurze Zeit später heraus, dass die Anfragen tatsächlich ernst gemeint waren. Wie der Zufall manchmal so spielt, fanden der in Bangkok lebende Däne und Mikkeler zusammen, denn Mikkeler wollte zu der Zeit eine Craft Beer-Bar in Bangkok eröffnen. Kristoffer wiederum konnte Mikkeler mit seinem Cider-Sortiment überzeugen und wird seitdem in der Mikkeler Bar in Kopenhagen verkauft.