Viele Cider enthalten eine bunte Mischung aus den verschiedensten Apfelsorten. Nicht selten verwenden Hersteller sogar mehr als ein Dutzend dieser Sorten, um die perfekte Balance aus Süße und Säure, Zucker und Tanninen, in einem Cider zu vereinen. Daraus entsteht ein Aromenkomplex, der den Character des Ciders ausmacht. Die meisten Cider enthalten daher Äpfel mit einem hohen Saftanteil, Äpfel mit einem charakteristischen Aroma und typische Cider-Äpfel, um dem Cider seine Struktur und Komplexität zu verleihen. Das Resultat ist also ein Cider, hergestellt aus unterschiedlichen Apfelsorten (cider blend).

Sortenreine Cider (engl.: Single Variety Cider) stellen hingegen das exakte Gegenteil dar. Für sie greifen die Hersteller auf ganz bestimmte Apfelsorten zurück. Klassische Cider-Äpfel eignen sich häufig nicht für die Herstellung eines sortenreinen Ciders. Ihnen fehlt die Ausgewogenheit zwischen Zucker, Säure und Tanninen. Ein sortenreiner Cider basiert in der Regel auf Apfelsorten, die im Supermarkt und der eigenen Küche eher selten zu finden sind. Ihre Vorzüge zeigen sie nämlich vor allem dann, wenn sie fermentiert wurden.

Trotzdem gibt es auch bei den Cider-Äpfeln einige Ausnahmen, die sowohl in einem klassischen Cider als auch in einem sortenreinen Cider verwendet werden. Newtown Pippin (auch bekannt als Albermale Pippin) ist eine dieser Apfelsorten, die auch schon bei den US-Präsidenten Thomas Jefferson und George Wahsington sehr beliebt war – beide hatten ebenfalls Freude an der Herstellung und am Genuss von Cider. Jefferson schrieb einmal aus Paris über Newtown Pippin:

„They have no apples here to compare with our Newtown Pippin.”

Er selbst kultivierte in Monticello im US-Bundesstaat Virginia knapp 20 Apfelsorten zwischen 1769 und 1814.

Eine weitere Ausnahme bei den Cider-Äpfeln ist die bekannte Apfelsorte Kingston Black, die vor mehr als 200 Jahren erstmals in England angebaut wurde. Hersteller bezeichnen sie aufgrund ihrer perfekten Balance gerne als „King of Cider Apples“. Darüber hinaus bringen Äpfel der Sorte Kingston Black nicht nur die Ausgewogenheit zwischen Zucker, Säure und Tanninen mit, sondern verleihen einem Cider auch eine ausgesprochen hohe Komplexität. Neben Kingston Black eignen sich auch die Apfelsorten Browns, Court Royal, Dabinett, Gravensteiner, Hidden Rose, Stoke Red und Yarlington Mill zur Herstellung eines sortenreinen Ciders.

Sortenreine Cider erreichen zwar teilweise nicht die komplexe Aromenvielfalt klassischer Cider. Sie sind jedoch gerade deswegen sehr spannend, weil sie den Charakter der jeweiligen Apfelsorte in den Vordergrund rücken, aus der sie gemacht sind. „Nackter kann ein Cider nicht sein.“, so heißt es in Cider-Szene. Ist ein Cider sortenrein, spiegelt er nämlich das klare Geschmacksprofil einer Apfelsorte samt seiner Anbauregion wider, was ihm bei Cider-Liebhabern einen hohen Stellenwert einbringt.

Eine Auswahl sortenreiner Cider findet ihr natürlich bei uns im Onlineshop der CiderKultur.


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