Landestypische Unterschiede beim Namen und Genuss

Es ranken sich viele Geschichten um die Herkunft des Ciders. Sicher festhalten lässt sich aber zumindest die erste schriftliche Erwähnung in England aus dem Jahr 1204. Bis ins späte 18. Jahrhundert hinein wurden Farmarbeiter für ihre geleistete Arbeit sogar anteilig mit Cider bezahlt. Heute ist von dem zur damaligen Zeit kaum genießbaren Getränk nichts mehr geblieben. Im Gegenteil: Cider ist geschmacklich besser denn je. Zu verdanken haben wir das sowohl den traditionellen als auch jungen und aufstrebenden Cider-Herstellern, die sich intensiv mit ihren Produkten auseinandersetzen und Mut zu neuen Ideen haben.

Sprechen wir von Cider, so meinen wir zunächst einmal die Variante, die traditionell aus England bekannt ist und sich deutlich vom französischen Cidre und dem spanischen Sidra unterscheidet. In englischen Pubs gehört es zum guten Ton, Cider am Zapfhahn, in Flaschen oder auch als Bag-in-Box-Variante anzubieten. In Frankreich hingegen darf der Cidre gerne etwas süßer und feinperliger sein. Anders als die Briten verzichten die Franzosen daher auf das klassische Pint-Glas mit 568 ml und greifen lieber auf edle Schaumweingläser zurück. Ganz anders an der spanischen Nordküste: Aus großer Höhe oder im weiten Strahl wird der Sidra in die Gläser eingeschenkt. Nicht selten bekommen die Gäste dabei nasse Füße.

Besondere Apfelsorten sorgen für die perfekte Balance

Die Westküste Englands, die Bretagne und Normandie in Frankreich sowie die Nordküste in Spanien – all diese Regionen haben bei der Herstellung von Cider, Cidre oder auch Sidra etwas gemeinsam: Die klimatischen Bedingungen. Häufige Niederschläge und moderate Temperaturen, die über das ganze Jahr hinweg weder zu heiß noch zu kalt sind, charakterisieren diese Regionen. Und nur in diesen Regionen wachsen die sogenannten Cider Apples (Cider-Äpfel), die für einen guten Cider benötigt werden. Hersteller mischen in der Regel mehrere Apfelsorten zusammen, um ihren Produkten einen individuellen Charakter zu verleihen. Es gibt allerdings auch einige Apfelsorten, aus denen sortenreiner Cider (Single Variety Cider) hergestellt werden kann. Sortenreine Cider sind zwar weniger komplex, zeigen dafür aber ganz deutlich die charakteristischen Merkmale der Apfelsorte, aus der sie gemacht sind.

Hopfen, Holzfass und Holunder stehen für moderne Cider

Seit einigen Jahren experimentieren sowohl traditionelle als auch junge und aufstrebende Hersteller mit ihren Produkten. Vorbei scheint die Zeit, in der Cider nur in den Stilen Dry oder Medium und manchmal auch Sweet hergestellt wird. Warum nicht dem Cider ein wenig Hopfen hinzugeben? Gehopfter Cider schlägt die Brücke zwischen Cider-Liebhabern und Bier-Enthusiasten. Warum nicht den Cider in einem alten Whiskeyfass ausbauen? Bei Wein und Craft Beer heute kaum noch wegzudenken, finden sich auch in der Cider-Szene immer mehr Anhänger dieses Stils. Wieso nicht den wild wachsenden Holunder pflücken, einen Sud kochen und dem Cider hinzugeben? Florale und fruchtige Noten sind bei Cider mittlerweile keine Seltenheit mehr.

Eine Auswahl erstklassiger Cider findet ihr natürlich bei uns im Onlineshop der CiderKultur.


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